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Was ist das Living Systems Framework?

  • Autorenbild: Beda Mulzer
    Beda Mulzer
  • 29. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Mai

Es gibt Organisationen, die auf dem Papier gut aufgestellt sind. Klare Strukturen, definierte Rollen, Prozesse, die irgendwann einmal funktioniert haben. Und trotzdem stockt etwas. Entscheidungen werden verzögert. Energie geht in Reibung statt in Ergebnis. Menschen ziehen nicht wirklich an einem Strang, auch wenn niemand das offen sagt.

Das Living Systems Framework ist mein Versuch, diesem Phänomen einen Namen zu geben, und damit auch einen Hebel.

Der Ausgangspunkt ist einfach: Organisationen sind keine Maschinen. Sie sind lebendige Systeme. Sie haben eine Geschichte, eine innere Logik, Muster die sich wiederholen, auch wenn die Personen wechseln. Sie reagieren auf Druck nicht linear, sondern komplex. Was auf einer Ebene geregelt wird, taucht auf einer anderen wieder auf.


Living Systems Framework Illustration, Tree with Roots in the soil, branches with leaves, flowers and fruit, birds, a squirrel, weather, wind, clouds, sun, moon, rain, other trees in the background

Klassische Organisationsentwicklung arbeitet oft an der Oberfläche: neue Strukturen, bessere Kommunikationsregeln, klarere Zuständigkeiten. Das ist nicht falsch. Aber es reicht selten, weil es die tieferliegende Frage nicht berührt: Wie lebt dieses System eigentlich? Was hält es am Laufen? Und was steht sich selbst im Weg?

Das Living Systems Framework setzt früher an. Es fragt nach den unsichtbaren Ordnungen, die ein System prägen. Nach dem, was zwischen den Menschen passiert, nicht nur dem, was sie tun. Nach Spannungen, die nicht ausgesprochen werden, aber trotzdem wirken. Nach dem, was ein Team zusammenhält, wenn der Druck steigt, und was es auseinander treibt.

Konkret arbeite ich dabei mit drei Ebenen:

Erstens die Strukturebene: Wie sind Rollen, Entscheidungen und Ressourcen verteilt? Wo gibt es Unklarheiten, die systemisch Spannung erzeugen?

Zweitens die Beziehungsebene: Wie wird kommuniziert, wenn es schwierig wird? Wer hat Zugang zu wem? Welche Koalitionen und Ausschlüsse wirken im Hintergrund?

Drittens die Körperebene: Was trägt das System somatisch? Wo sitzt Anspannung, Erschöpfung, eingefrorene Energie? Und was wäre möglich, wenn diese Energie sich wieder bewegen könnte?

Diese drei Ebenen trenne ich nicht künstlich. Sie gehören zusammen. Ein Team, das strukturell gut aufgestellt ist, aber körperlich erschöpft, wird keine guten Entscheidungen treffen. Ein Team, das sich vertraut, aber keine klaren Rollen hat, verliert sich in Harmonie statt in Wirkung. Das Framework hilft mir, schnell zu erkennen, wo der eigentliche Engpass liegt.

Was ich damit nicht meine: ein weiteres Modell, das man auf Organisationen drauflegt. Das Living Systems Framework ist kein Raster, in das Menschen gepresst werden. Es ist eine Haltung des Hinschauens. Eine Art, ein System so zu lesen, dass deutlich wird, was es braucht, um wieder in Bewegung zu kommen.

Move what's in the way.


 
 
 

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